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Wenn du ein Unternehmen gründen willst, findest du bei der Suche nach Unterstützung etliche Startup-Coaches, Internet-Plattformen und relevante Literatur. Du lernst die grundlegenden Startup-Konzepte wie das Validated Learning, das Minimum Viable Product und die Business Model Canvas. Mit ein wenig Recherche und gesundem Menschenverstand realisierst du die Sinnlosigkeit der Erstellung eines Business Plans und investiert deine Ressourcen in der Folge intelligent ins nächste MVP-Kundeninterview statt in 5-Jahrespläne. Und dennoch: Abhängig von Land und Statistik scheitern 50% bis 80% aller Startups.

Wir scheinen uns an diese Fakten gewöhnt zu haben. Startup-Plattformen, Banken, Treuhänder und Wirtschaftsförderungen werben um Jungunternehmer, als gäbe es kein Morgen. Klar, wenn nur 2 von 10 Startups überleben, braucht es viele Gründer, die oben in den Trichter marschieren, damit später unten genug rauskommen bzw. reüssieren. Und da das Risiko alleine beim Jungunternehmer liegt und er auch im Fall eines Misserfolgs sein Gründungskapital in die Dienstleistungen der Startup-Industrie investiert, können sich irgendwie alle mit dieser Situation anfreunden. Bis auf die Jungunternehmer versteht sich.

Startup Scheinwelt

Die Startup-Industrie suggeriert uns ein Bild vom Unternehmertum, das schöner nicht sein könnte: Collaboration, Teamwork, Startup-Groove. So präsentieren uns die Coaches, Rechtsanwälte, Treuhänder, Banken und Versicherungen die Startup-Welt und motivieren uns Gründer lautstark zum Schritt in die Selbständigkeit.

So sieht man dann beispielsweise Buswerbung mit der Überschrift „Werde dein eigener Chef“, auf der eine smarte Jungunternehmerin vom Plakat strahlt. Wenn ich solche Plakate sehe, frage ich mich, wer denn wirklich Werbung braucht, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Wen will man damit erreichen? Diejenigen, die sich nicht sicher sind? Die nicht überzeugt sind, dass sie ihrer Zielgruppe einen grossen Nutzen schaffen und diesen monetarisieren können? Wenn langfristig nur ca. 2-3 von 10 Startups reüssieren, wer wird dann wohl zu dieser Gruppe gehören? Welche Unternehmertypen werden es schaffen? Nein, diese Typen brauchen keine Buswerbung.

Startup Realität

Was viele Player der Startup-Industrie nicht verstanden haben: Viele Gründer gehen „All-In“. Einige nehmen finanzielle Mittel von Familie und Freunden auf, andere zapfen ihre Ersparnisse oder sogar die Vorsorge an (z.B. BVG-Kapitalbezug bei selbständiger Erwerbstätigkeit). Das Resultat ist bekannt: Die meisten scheitern. Bedeutet: Der Preis der Gründer ist verdammt hoch, und der Weg zurück ist hart.

Dass uns Gründern die Startup-Welt durch die Rosa-Brille gezeigt wird, hat vielleicht damit zu tun, dass viele „Startup-Berater“ selbst noch nie ein Unternehmen von Null aufgebaut haben. Jungunternehmer sein bedeutet in erster Linie, seine Komfortzone zu verlassen. Mit allen Konsequenzen. Dies führt zu harter Arbeit, stetigen Sorgen und finanziellem Druck.

 

Was wir Gründer brauchen

Jungunternehmer brauchen keine Schulterklopfer. Sie brauchen auch keine (scheinbar) kostenlosen Gründungsangebote, die wir ohne zu zögern innerhalb von 24 Stunden beanspruchen können. Was Jungunternehmer vielmehr brauchen, ist ehrliches Feedback über ihr Vorhaben und die Realität, die sie erwartet. Von Coaches, die lieber ein Mandat – sei es für Gründung, Buchhaltung, Rechtsberatung, etc. – sausen lassen, als einen Jungunternehmer, der noch nicht bereit ist, in die Selbständigkeit zu ziehen.

Startup Coaching – von Startups für Startups

Startups benötigen ihr Gründungskapital, um möglichst oft die Annahmen ihres Business Modells iterativ testen und anpassen zu können. Berater, Anwälte und Treuhänder müssen ihre eigenen Revenue Streams überdenken, wenn es das Ziel ist, die hohe Misserfolgsquote zu senken.

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